12. Dezember 2025 – Das Möhrenbeet

Als ihr die Parole nennt und erklärt, was es mit dem jeweiligen der fünf Häuser auf sich hat, steht der Wächterwichtel stramm, salutiert und in diesem Moment scheint mit der Grenze, die ihr nicht überschreiten konntet, eine Veränderung vorzugehen.

Die Luft vor euch wirkt zunächst vollkommen still – fast zu still. Dann beginnt sie, fein wie hauchdünnes Glas, zu flimmern. Erst nur an einem kleinen Punkt, dann breitet sich das Schimmern, wie ein leiser Atemzug der Welt, über die gesamte unsichtbare Wand aus. Ein sanftes Summen erhebt sich, kaum hörbar, aber fühlbar – als würde die Magie selbst den Boden unter euren Füßen anstupsen. Winzige Funken, golden wie Glühwürmchenstaub, tanzen im Flimmern, ziehen feine Bögen, die sich in der Luft verweben. Jede Bewegung scheint von einer unsichtbaren Hand geführt, alt und geduldig.

Lumo hält unwillkürlich den Atem an; sein kleiner Bart hebt sich im Licht. Tomte blinzelt, seine Augen spiegeln die tanzenden Funken. Dann verändert sich das Flimmern.
Die Linie der magischen Barriere zieht sich straff – wie der Stoff eines Vorhangs, der sich zu lösen beginnt. Am Rand entstehen feine Risse aus Licht, die sich leise knisternd ausbreiten. Die Funken wandern zu den Rissen, sammeln sich, und mit einem weichen pffft zerfallen sie zu Staub, der sich in der Luft auflöst. Die Barriere wirkt, als würde sie in sich selbst zurücksinken, Schicht um Schicht, bis nur noch ein hauchdünner Schleier übrig ist – kaum mehr als eine Erinnerung aus Licht. Dieser Schleier verweht, hebt sich wie Nebel im Morgenwind, und verschwindet schließlich völlig, ohne eine Spur zu hinterlassen.

In der Stille danach spürt ihr nur noch die warmen Nachklänge der Magie –
ein Gefühl, als hätte euch jemand die Hand gereicht und sanft weitergeleitet.

Vor euch liegt nun der freie Weg. Die Grenze ist fort.

Ihr geht hinüber zum ersten Haus und seht seitlich davon die Erdwichtelin Bruna Bodenstern. Sie steht inmitten von Schnee an einem gepflegten Erdbeet und scheint Möhren geerntet zu haben – und das mitten im Winter.

Sie trägt eine rote, lange Zipfelmütze, ein grünes Kleid oder eine grüne Schürze und eine Kleid, dessen braune Ärmel in Handschuhe für die Erd- und Gartenarbeit münden. Brunas Gesicht ist freundlich und rund, mit rosigen Wangen und einem leichten Lächeln. Ihre Haare sind hell und fallen locker unter der Mütze hervor. In ihrer linken Hand hält sie eine kleine Heugabel, in ihrer rechten eine Schaufel, die sie gerade in die Erde gesetzt hat. Neben ihr steht eine Holzschubkarre, in der bereits vier frisch geerntete, große orangefarbene Karotten liegen.

Das Möhrenbeet besteht aus mehreren kräftigen, runden Karotten mit saftigem Blattwerk. Kleine magische Funken oder Lichtpunkte glitzern zwischen den Pflanzen, als wäre der Garten verzaubert.

“Hallo Bruna.”, beginnst du, “Das hier sind Lumo und Tomte. Sie und ich versuchen das Wichteldorf zu retten und müssen dazu Weihnachtskugeln sammeln, denn sie scheinen der einzige Weg zu sein, diesem Gefängnis in der Schneekugel zu entkommen.”

“Ah,” antwortet Bruna etwas verträumt, “das ist gut. Aber – eh.” Sie binzelt mehrfach, stockt und fährt dann vollkommen anders fort: “Schaut mal meine Zaubererde. Es ist ein magisches Möhrenfeld, das von selbst immer wieder größer und kleiner wird und mal mehr und mal weniger Möhren in sich trägt. Immer wenn ein Maulwurf kommt, verschwindet eine Möhre und das Feld wird kleiner. Auch wenn ein Hase kommt, wird das Feld kleiner, denn es verschwinden drei Möhren. Wenn jedoch eine Biene kommt, wachsen fünf neue Möhren und das Feld wird größer. Sobald ein Vogel landet, wachsen zwei Möhren und das Feld wächst ebenfalls. Ganz schwierig wird es, wenn ein Bär kommt, denn dann halbiert sich die Anzahl der Möhren im Beet und es wird sofort viel kleiner. Komme allerdings ich selbst und dünge das Beet, dann verdreifacht sich die Anzahl der Möhren und das Beet wächst extrem. Allerdings kann ich nur einmal am Tag kommen.”

“Das ist ja ein magisches Wunder.”, kommt es aus deinem Mund.

“Ja, das stimmt, aber ich bin vollkommen unsicher. Heute morgen waren ganz sicher 40 Möhren im Beet und ich kann nicht sagen, wieviele es nun sind, aber ich muss es wissen, sonst habe ich keine Ruhe. Ich weiß aber nicht, welche Tiere heute im Laufe des Tages hier waren.”, spricht Bruna weiter, stockt dann wieder und schaut lächelnd vor sich auf das Beet über dem magische Funken glühen.

Da hört ihr die Stimme des Wächters neben euch, der fast geräuschlos zu euch herübergekommen ist:
“Da kann ich helfen. Ich hatte das Haus und das Beet den ganzen Tag im Blick. Heute kam erst ein Vogel, dann ein Hase, danach die Wichtelin selbst und hat gedüngt, dann ein Maulwurf, im Anschluss ein Bär, dann eine Biene gefolgt von nochmals einem Hasen und wieder einem Vogel. Danach kam nochmals ein Bär und zum Abschluss wiederum ein Maulwurf.”

“Nun, das macht die Sache ja einfach.”, lachst du. Dann wendest du dich an Bruna und sagst ihr, wieviele Möhren am Abend da waren und wieviele nun noch im Beet sind.

Rätselaufgabe Nr. 12:

Nun, könnt ihr etwas mit den Angaben des Wächters und von Bruna anfangen?
Wieviele Möhren waren am Abend da? Wieviele sind noch im Beet?

4 Punkte warten bei einer richtigen Antwort auf dich.
Und wenn du heute noch richtig antwortest erhälst du auch dieses Mal einen Extrapunkt.

Maile uns die richtige Richtung und bestenfalls auch die Erklärung dafür.
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Gib dein Team/deinen Namen an und schreibe zudem in das Textfeld Rätselnummer “Lösung Rätsel 12”.

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