Als ihr um ein paar dichte Tannen herumgeht, öffnet sich dahinter eine größere Lichtung, die mit Schnee bedeckt ist. Eine scheinbar mit dem Schnee verschmelzende Wichtelin steht hier inmitten des winterlichen Waldes, der nun wie ein Zauberwald wirkt.
“Das ist die Schneewichtelin oder – eh – die Eiswichtelin.”, flüstert Lumo, “Ich bin ihr aber noch nie begegnet, denn sie liebt die Einsamkeit. Ursprünglich war sie die Herrscherin des Winters und hilft heute bisweilen dem Weihnachtsmann. Manche Wichtel nennen sie die Eiskönigin. Man erzählt sich, sie sähe immer freundlich aus, aber man sagt auch, ihre Stimmung könne sich schnell wandeln. Wir sollten vorsichtig sein.”
Du schaust genauer hin und bemerkst, dass sie einen langen, warm aussehenden Mantel in eisigem Blau trägt , der mit hellem, flauschigem Pelz besetzt ist. Ihre Mütze ist ebenfalls blau und hat eine kleine Schneebommel am Ende. Lumo hat recht mit dem freundlichen Aussehen. Ihr Gesicht wirkt rund, freundlich und warm lächelnd – mit roten Wangen, einer Knollnase und großen, leuchtenden Augen. In ihrer rechten Hand hält sie ein funkelndes Eiszepter, dessen Spitze wie eine leuchtende Schneeflocke geformt ist. Das Licht des Zepters wirft ein sanftes blaues Leuchten auf ihr Gesicht und die Umgebung. Unmittelbar neben ihr steht ein Rentier an einem offenen, weißen Schlitten. Das Rentier wirkt gutmütig und aufmerksam, mit einem fein gezeichneten Geschirr und sanft geschwungenen Hörnern. Der Schlitten ist kunstvoll verziert und wirkt handgeschnitzt, ganz in hellen Frosttönen. Mit Zaumzeug sind das Rentier und der Schlitten verbunden. Es erinnert dich sofort an das Rentier, das ihr am Haus des Weihnachtsmannes mit eine Möhre gefüttert habt.
Hinter der Eiswichtelin und dem Rentierschlitten ragt ein Wichtelhaus aus Eis empor. Es glitzert und schimmert, wie aus Schneekristallen gebaut, mit vereisten Dächern, Eiszapfen und einem warmen, blauen Leuchten aus dem Inneren. Am Himmel funkeln kleine Sterne und feine Schneeflocken fallen herab. Rundum die Lichtung stehen hohe Tannen, dunkel und verschneit, ja – fast märchenhaft.
Der Ausdruck im Gesicht der Schneekönigin ändert sich und es wird klar, dass die Wichtelin verärgert ist. Unmittelbar ändert sich auch das Licht und die Atmosphere. Hattest du eben noch den Eindruck, als sei hier eine fröhliche Wichtelin in hell strahlendendem Winterglanz, so wirkt sie nun düsterer und auch der Himmel scheint sich abzudunkeln.

Die Stimmung ist frostig, spannungsgeladen und ein wenig unheimlich – ganz anders als bei freundlichen Wichtelin, der ihr noch vor wenigen Sekunden begegnet seid. Ihr weißer, schöner Bart ist verschwunden und ihr Gesicht ist nun schmal, kantig und hart, fast wie aus gefrorenem Stein oder Eis gemeißelt. Die Wangen sind jetzt eingefallen, die Lippen zu einem strengen, eisigen Ausdruck zusammengepresst. Wo eben noch ein Lächeln zu sehen war, ist nun ein faltenumsäumter nach unten gebogener Lippenzug zu sehen. Über allem aber dominieren ihre glühenden, frostblauen Augen, die direkt in euere Seelen zu blicken scheinen. Sie leuchten so hell, dass sie die umliegenden Gesichtspartien bläulich erstrahlen lassen. Die Stirn ist zornig gerunzelt, und ihre nun langen, spitzen Ohren ragen angespannt unter ihrer Mütze hervor. Die Schneewichtelin trägt immer noch ihre dicke, eisblaue Wintermütze mit hellem Fellrand, passend zu ihrem schweren, pelzbesetzten Mantel aber sie scheint grober zu sein. Die gesamte Kleidung wirkt zwar immer noch winterwarm, aber dennoch gleichzeitig so frostig, wie die Eiskönig selbst – als wäre sie nicht aus Stoff, sondern aus sanft gefrorenen Wolken gefertigt. In ihrer Hand ragt immer noch ihr glänzendes Eiszepter. Doch die Spitze ist nicht mehr länger eine verspielt anmutende Schneeflocke, sondern ein zwar kunstvoll geformter, aber eher hart anmutender Eisstern. Er mutet hart aber fast durchsichtig an, und strahlt ein eigenes, kaltes Licht aus.
Um euch herum ist alles in ein dunkles, winterliches Nachtblau getaucht, in dem immer noch feine Schneeflocken schweben. Das kalte Licht des Zepters lässt sie funkeln wie kleine Kristalle.
“Was wollt ihr hier?”, herrscht die Eiskönigin euch an, “Anwortet, sonst verwandelt ich euch alle drei in Schneemänner.”
Du willst anworten, doch deine Stimme scheint wie eingefroren zu sein und dir nicht mehr zu gehorchen.
“In Schneemänner?”, gelingt es Lumo zu krächtzen, “Wir wollen doch nur mit dir reden.”
Du merkst, wie sich das zuschnürende Gefühl um deinen Hals etwas löst und schaffst es nun auch mit Mühe dich verständlich zu machen:
“Wir wollen doch das Wichteldorf retten und es aus der Schneekugel holen.”
“Mumpiz.”, hörst du die Schneekönigin sagen, “Das kann niemand. Krampus hat ganze Arbeit geleistet. Ich, die mächtige Eira, kann besser zaubern als jeder hier und bin nicht in der Lage seine Magie zu brechen.”
Angestrengt röchelst du: “Eira. Du könntest uns deine Weihnachtskugel geben. Du hast doch sicher eine in deinem Besitz. Zusammen mit den anderen Weihnachtskugeln können wir mit ihrer Hilfe die Magie des Krampus brechen.”
“Mein Name. Die Frage nach der Kugel – Ah. Hilfe.”, hörst du Eira flehen.
Ein feines, frostiges Leuchten beginnt um sie herum zu tanzen, als hätten winzige Schneekristalle beschlossen, sich mitten im Stillstand zu bewegen. Die Luft flimmert wie über frisch gefallenem Schnee, wenn Mondlicht darauf trifft. Ein Hauch Magie liegt zwischen euch, zart und leicht, aber so deutlich, dass Lumo und Tomte im Kampf gegen die magische Umklammerung inne- und den Atem anhalten. Ein flimmerndes Schneeflockenband entsteht zwischen euch und die magische Umklammerung der Schneekönigin löst sich von euch. Doch die Verbindung erstirbt rasch wieder, als sei sie nie existent gewesen. Dann verwandelt sich die Schneekönigin wieder in die freundliche Schneewichtelin zurück.
“Du bist der Fremde?” fragt Eira und hebt zögerlich den Blick auf dich, bevor sie ohne eine Antwort abzuwarten fortfährt, “Aber meine Kugel kann ich dir nicht geben. Sie ist außer meiner Magie, meinem Haus und meinen beiden Rentieren alles, was mir in der Einsamkeit verblieben ist.”
Als du eindringlich erklärst, wie wichtig die Kugel sei, um die Wichtel und somit auch die Schneekönigin selbst aus der Schneekugel zu befreien, wiegt sich die Schneewichtelin hin und her und antwortet schließlich.
“Nun gut. Ich will Sie dir geben. Aber nur, wenn du mir auch zur Seite stehst.
Schau mein zweites Rentier ‘Lana’ ist krank. Ich könnte es gesund zaubern, aber dafür ist starke Magie nötig. Die notwendigsten magischen Gegenstände habe ich nicht hier. Ich kann sie zwar erschaffen, aber mir fehlt die wichtigste Grundlage: der vierblättrige Glücksklee. Und der ist hier in der Schneekugel sicher nicht leicht zu beschaffen.”
“Wir werden alles versuchen.”, versprichst du sogleich, “Wieviel Glücksklee benötigt ihr denn?”
“Nun,” erklärt die Schneekönigin und ein Lächeln umspielt ihr freundliches Gesicht, “aus zwei vierblättrigen Glückskleeblättern kann ich ein einen ‘Beutel der Objekte’ erschaffen, aus dem man einmal Kraft ziehen kann, die als Grundlage für magische Gegenstände dienen kann. Aus einem ‘Beutel der Objekte’ und zwei weiteren vierblättrigen Glückskleeblättern kann ich einen ‘magischen Spiegel’ in diese Welt bringen, der in der Lage ist die Zukunft zu ändern. Mit einem ‘Magischen Spiegel’ und einem weiteren vierblättrigen Glückskleeblatt kann ich dann auch mit einem Zauber ein mächtiges ‘Grimoire’, das Zauberbuch ‘Clavicula Salomonis’, den ‘Schlüssel Salomons’ heraufbeschwöchen. Und wenn ich einen ‘Beutel der Objekte’ mit einem ‘magischen Spiegel’ und einem ‘Grimoire’ kombiniere, kann ich jede Krankheit heilen und so mein liebes Rentier retten.”
“Dann benötigst du wirklich nur Glückkleeblätter, damit alles möglich wird?”, rufst du aufgeregt.
“Ja, so ist es. Nur Glücksklee. Alles weitere macht meine Magie.”, sagt die Schneewichtelin nickend.
Gut, dann machen wir uns sofort auf den Weg und bringen dir so schnell es geht den Glücksklee. Dafür musst du uns dann aber auch dein Wort geben, dass du uns deine Kugel geben wirst.”
“So sei es. Aber eilt. ‘Lana’ ist schon schwach und liegt im Stall hinter dem Haus.”, antwortet die Schneekönigin, dreht sich um und geht mit ihrem Rentier in Richtung ihres Hauses.
Ihr dreht euch um und geht los. Lumo weist die Richtung.
“Wir müssen zum Kräuterwichtel. Er heißt Pimpinello und ist unsere einzige Chance. Es ist viel zu kalt dafür, dass Glücksklee wachsen könnte.”, meint Lumo, “Aber ich denke, Pimpinello wird sicher auch kaum etwas haben.”
“Ja, es bleibt nur eine Frage. Wieviele vierblättrige Glückkleeblätter brauchen wir nun?”, fragt Tomte ratlos.
Aufgabe Nr. 17:
Jetzt heißt es nachdenken.
Die Frage ist berechtigt: Wieviele vierblättrige Glückkleeblätter braucht ihr?
Hier nochmal die Zauberregeln:
- Aus zwei vierblättrigen Glückskleeblättern kann die Schneekönigin einen ‘Beutel der Objekte’ erschaffen.
- Aus einem ‘Beutel der Objekte’ und zwei weiteren vierblättrigen Glückskleeblättern kann sie einen ‘magischen Spiegel’ in diese Welt bringen.
- Mit einem ‘magischen Spiegel’ und einem weiteren vierblättrigen Glückskleeblatt kann die Schneekönigin ein ‘Grimoire’ heraufbeschwören.
- Wenn ein ‘Beutel der Objekte’ , ein ‘magischer Spiegel’ und ein ‘Grimoire’,kombiniert werden, dann kann das Rentier geheilt werden.”
Sende uns deine Antwort, wieviele vierblättige Kleeblätter ihr benötigt, über
“Des Rätsels Lösung” und erhalte dafür 9 Punkte. Du kannst einfach die Anzahl nennen.
Wenn du heute noch richtig antwortest bekommst du, wie immer, einen Extrapunkt.
Gib dein Team/deinen Namen an und schreibe zudem in das Textfeld Rätselnummer “Lösung Rätsel 17”.
Denke daran, dass du dich erst mit deinem Benutzernamen einloggen musst, bevor du ein Rätsel über den Menüpunkt “Des Rätsels Lösung” einsenden kannst.
Wie immer kannst du uns die Lösung auch als Foto davon mailen
(Achtung, denke dabei daran, dass die Datei höchstens 2 MB groß sein darf – Kameraeinstellung am Handy auf 2 MB oder kleiner stellen oder aber das gemachte Foto komprimieren).

