14. Dezember 2025 – Auf zum Photographen

Als du Bilbob, dem Bauarbeiterwichtel, erzählst, wie du die Lichter im Kern des Wichteldorfes im Plan plaziert hast, schaut er auf und lacht.
“Prima,” sagt er, “dann kann ich den Plan ja genauso der Bürgermeisterin geben und schon bald mit dem Aufstellen der Laternen anfangen.”
Sein Lachen wirkt nun hoffnungsvoll und frei.

“Bilbob, wir wollten dich überigens eigentlich nach deiner Weihnachtkugel fragen.”, erklärst du, als du seine gute Stimmung bemerkst, “Du hast doch eine, oder? Wir glauben, dass jeder Wichtel in diesen fünf Häusern eine Weihnachtskugeln sein eigen nennt. Wir suchen die Weihnachtskugel und sammeln sie ein, denn zusammen sind sie der alleinige Weg uns aus dieser Schneekugel zu befreien. Kannst du uns deine vielleicht geben?”

Bilbobs Augen blitzen auf und seine Haare scheinen sich unter der Wichtelmütze aufzustellen.

„Ihr sprecht mich mit Namen an, fragt nach der Kugel und habt ein Problem für mich gelöst. Dann musst du der Fremde sein, der uns möglicherweise die Freiheit wiederschenken kann.”, antwortet Bilbob, “Ja, ihr habt Recht. Ich habe eine Kugel, die mir sehr wichtig ist. Es ist die Licht-Weihnachtskugel. Ich werde Sie euch geben, obgleich es mit ungeheuer schwer fällt.”

Ein dünner Funkenstreif flackert auf. Es ist ein flackerndes silbergelbes Leuchten, das wie ein wandernder Lichtfaden der zunächst über den Boden trippelt. Tomte hebt sofort den Blick und Lumo schaut dich und den Bauarbeiterwichtel erwartungsvoll an.

„Das ist kein natürliches Licht“, murmelt Lumo, „es sucht jemanden.“

Und tatsächlich: Der Funkenfaden bricht plötzlich noch weiter hervor. Bilbob blinzelt. Dann mustert er euch, ernst – viel ernster, als du es dir bei seinem offenen Lachen eben noch vorstellen konntest.

„Ihr… sucht die Lichtkugel?“, spricht er nun und klopft sich ein wenig Staub von der Hose,
„Gut. Aber Vorsicht – es ist nicht alles nur hell, was leuchtet. Ich warne euch mal vor… die Lichtkugel ist ein wenig… äh… temperamentvoll.“

Dann verstummt er greift hinter die Laterne und zieht etwas aus einer verborgenen Öffnung im Laternenmast. Kaum ist es hervorgeholt, bricht bereits ein strahlendes Leuchten hervor – nicht warm wie Kerzenschein, nicht kalt wie Mondlicht, sondern gleißend wie ein lebendiger Strom aus Licht.
Die Kugel ist klar wie geschliffenes Glas, aber im Inneren pulsen Lichtadern, die wie Miniaturblitze tanzen. Sie zuckt, sie flackert, sie atmet Licht.

Und in dem Moment, in dem du sie ansiehst, passiert es: Ein einzelner Lichtfunke schießt hervor – ein zarter Blitz, der sich zwischen dir und der Kugel spannt, wie ein leuchtend gleißender Gruß.

„Oh!“, ruft Lumo und weicht zurück.
Tomte duckt sich – sein Bart knistert leicht. Bilbob schaut dich prüfend an.
„Sie hat dich erkannt. Gut. Jetzt kommt der schwierige Teil.“

Das Licht verschlingt alles –
und füllt den Raum mit gleißenden, tanzenden Blitzen. Es zieht an dir als würdest du in das Reich des Lichtes gesogen. In Gedanken stehst du in einer endlosen, hellen Ebene.
Über dir schießen Lichtbahnen wie Sternschnuppen, unter dir pulsiert ein leuchtender Boden, der zugleich weich und elektrisch leuchtend prickelnd wirkt. Die Kugel schwebt vor dir, heller als zuvor, ihr Inneres jetzt ein ganzer Himmel aus Lichtschleiern. Ein Blitz löst sich aus ihr – er kommt nicht nur auf dich zu, er berührt dich. Sanft. Klar. Rein.

Du spürst:

Du wirst gesehen.
Du wirst erkannt.
Du wirst geprüft.

Dann kommt es dir vor als hörstest du eine Stimme in Deinem Kopf – nicht laut, eher wie ein vibrierender Gedanke:

„Wächter der Tiefe und der Erde hast du bereits geehrt. Nun prüfst du das Licht und das Licht prüft dich. Wirst du es führen – oder wird es dir den Weg zeigen?“

Die Kugel leuchtet auf, greller, greller – bis du für einen Augenblick nichts mehr siehst. Dann bist du wieder vollkommen klar und aus deiner Gedankenwelt befreit. Du siehst die Welt, die Laterne, Bilbob, Lumo und Tomte. Ein Wind aus Licht weht über euch hinweg. Funken stieben. Die Kugel fällt aus Bilbobs Griff sanft in deine Hände – plötzlich ganz ruhig, ganz klar.
Ein feiner Blitz strahlt aus ihr direkt zu deinem Herzen, wo er sich verankert, wie ein neuer Stern in dir. Bilbob schaut staunend zu.

„Bei allen Funken und Lichtgeistern… du… du hast sie wirklich angenommen.“
Er lacht – tief, befreit, warm.
„Die Lichtweihnachtskugel gehört dir. Von jetzt an.“

Die Kugel schimmert nun in deiner Hand – nicht mehr wild, sondern wie eine kleine Sonne, die nur für dich glüht. Bilbob atmet aus.
„Dann… tja. Dann ist mein Teil erfüllt.“
Schnell und ganz vorsichtig bettest du die Lichtkugel zu den anderen Weihnachtskugeln in eurem immer voller werdenden Sack, der aber gar nicht schwerer zu werden scheint.
Bilbob deutet zur Tür und spricht:
„Geht weiter. Ihr musst zur Photowerkstatt zwei Häuser weiter. Die nächste Kugel wartet. Und ihr werdet sie brauchen.“

Ein letzter dankbarer Blick und ich geht durch das Haus zurück und haltet euch in Richtung des Hauses neben dem, was ihr hier zuerst gefunden hattet, als ihr noch nicht alle fünf Häuser erkanntet.

“Ach ich liebe Photos.” ruft Lumo. “Zu unserem Photographen gehe ich gern. Er heißt Pelle. Aber alle nennen ihn nur Pixel-Pelle.”

Schnell lauft ihr zu seinem Haus, in dem sich sein Atelier befindet. Als Lumo bei ihm klopft, hört ihr sofort ein gemütlich klingendes “Immer herein!”

Der Photographenwichtel Pelle steht in seiner warmen, gemütlichen Photowerkstatt. Pelle ist ein kleiner, freundlicher Wichtel mit rundem Gesicht, roten Wangen und einem gepflegten weißen Bart. Sein besonderes Merkmal ist das Monokel, das vor seinem rechten Auge glänzt. Er trägt eine dunkelgrüne Weste, durchzogen von leicht akzentuierten Mustern, die ihm einen elegant-handwerklichen Look verleiht. Unter der Weste trägt er trotz der Wärme seines Ateliers ein wollenes rötliches Hemd. Vor Pelle steht seine große Vintage-Holzkamera auf einem stabilen Holzstativ. Die Kamera ist altmodisch, mit Balgen, Messingbeschlägen und tiefem Holzton – ein echtes Schmuckstück alter Photokunst.

Der Raum um ihn herum ist voller Photographie-Utensilien. Auf Kommoden und Regalen liegen Linsen, Gläser, Entwicklerfläschchen, Schalen und Werkzeuge. An einer gespannten Leine hängen frische Schwarzweiß-Photos zum Trocknen, einige leicht gewellt, wie man es aus der Dunkelkammer kennt. Eine warme Lampe wirft goldenes Licht über den Atelierraum, wodurch ihr sofort eine gemütliche Stimmung empfindet. Pelle selbst wirkt konzentriert und zufrieden, als sei er gerade dabei, sein nächstes Bild vorzubereiten oder die Ergebnisse seiner Arbeit zu betrachten.

“Pelle!”, ruft Lumo aufgeregt, “Wir brauchen deine Weihnachtskugel. Du hast doch eine, oder?”

Pelle blinzelt bei den Worten und ein Zittern scheint durch seinen Körper zu laufen. Er scheint nun etwas weniger gemütlich und eher ein wenig aufgebracht zu sein.
“Woher wisst ihr von meiner Kugel? Licht und Schatten sind nur mein Metier. Das mit meiner Kugel darf niemand wissen und geben kann ich sie euch schon gar nicht.”

“Eh – Der Wächter hat uns gesagt, dass jeder der Inhaber der Häuser eine Kugel hat.”, antwortest du promt, “Und Bilbob hat uns zu dir geschickt. Können wir vielleicht etwas für dich tun, damit es dir leichter fällt uns deine Kugel zu geben? Wir wollen mit ihrer Hilfe, das Wichteldorf aus der Schneekugel retten.”

“Nun, ich habe tatsächlich gerade eine Schwierigkeit.”, antwortet Pelle immer noch murrig aber etwas ausgeglichener.

“Bei meinem Photoplatten ist etwas mit den Schatten schief gegangen. Ich wollte einen Schattenriss unserer fünf Häuser aufnehmen. Aber bei jedem Belichten kam ein etwas anderer Schattenriss zum Vorschein.”, fährt Pelle nach einer kurzen Pause fort, “Jetzt weiß ich nicht welches der richtige Schattenriss unseres Dorfes ist und ich soll ihn doch im Rathausfoyer, dem prächtigen Eingangsbereich aufhängen. Da wäre es schrecklich, ein falsches Bild anzubringen. Wenn es jemandem auffiehle, wäre mein Ruf runiniert.”

“Zeige uns doch mal die Schattenrisse.”, kommst du ihm hilfreich entgegen, “Vielleicht können wir dir sagen, welcher der Richtige ist. Wir haben die fünf Häuser ja schon von weitem gesehen. Das schaffen wir bestimmt.”

Pelle greift zwei Schattenrissbelichtungen von einem Regal. Auf jedem hat er vier Schattenrisse nebeneinandergefügt.
Kaum hat er sie vor euch ausgebreitet, schon beugt ihr euch über die Schattenrisse und versucht den richtigen Schattenriss auszumachen.





Rätselaufgabe Nr. 14:

Nun, musst du uns und dem Photograohenwichtel sagen, welcher der richtige Schattenriss der fünf Häuser ist. Nenne uns einfach den richtigen Buchstaben.

6 Punkte warten bei einer richtigen Antwort auf dich.
Und wenn du heute noch richtig antwortest erhälst du auch dieses Mal einen Extrapunkt.

Hier die Schattenrisse zum Download:

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