10. Dezember 2025 – Wasser, Wind und Keller

Als du erklärst, wie der Wichtel die Farbe seines Hutes richtig erraten könnte, wird Terg zunächst ganz still. Dann treten plötzlich Tränen in die Augen, und sie laufen warm über die Wangen. Zwischen leisen Schluchzern hörst du ein Murmeln:
„Ah… jetzt verstehe ich. Aber viel wichtiger ist… ich muss dafür sorgen, dass das Wasser rein bleibt.“

Verwirrt schüttelst du den Kopf. Aber in diesem Moment wird Lumo etwas klar – so klar wie die Oberfläche einer ruhigen Quelle. Er beugt sich zu dir und flüstert:

„Wasserwichtel sind selten. Aber Terg… Terg ist ein Wasserwichtel der stillen Quelle. Diese Wichtel sind ganz besonders seltene Wichtel , denn sie sind ruhige, oft traurige Elementargeister. Kleine, scheue Wesen, die eigentlich über eine abgelegene, besonders klare Quelle wachen. Doch seit wir hier in der Schneekugel gefangen sind, haben es Elementarwichtel schwer. Ihre Quelle ist nicht mit ihnen hierher verschoben worden – sie sind von ihr getrennt. Deshalb weint Terg wohl auch so oft und wirkt so abwesend. Eigentlich bemerken nur andere Wichtel oder Tiere ihre Gegenwart. Menschen sehen sie fast nie… daher ist es erstaunlich, dass du mit Terg sprechen kannst.“

Vorsichtig wendest du dich an Terg:
„Hallo… Terg? Könnte ich deine Weihnachtskugel bekommen? Dein Problem ist doch gelöst, oder?“

In dem Augenblick, in dem Wasserwichtel der stillen Quelle Terg deine Stimme hört, huscht ein kleines, scheues Lächeln über das tränenfeuchte Gesicht. Nur ein Hauch – aber warm genug, um die Stille um euch herum ein wenig heller zu machen.

Zuerst ist es nur ein winziges Glitzern, kaum mehr als ein Tropfen der Licht einfängt, das sich im feuchten Moos spiegelt. Dann beginnt die Luft, sich zu verdichten – nicht schwer, sondern schwebend, als würde ein feiner sanfter Nebel aus unsichtbaren Ritzen emporsteigen. Plötzlich erscheinen schimmernde Perlen, die sich wie Tautropfen aus dem Schnee lösen und langsam nach oben tanzen. Ein sanftes, blaugrün fließendes Leuchten glimmt zwischen dir und Terg, weich wie der Schimmer eines Mondstrahls, der sich in einer stillen Quelle bricht.

Dann hörst du ein Geräusch, das gar kein Geräusch ist – ein nasses Flüstern, als würde Wasser selbst zu zu euch sprechen. Es rinnt, es perlt, es murmelt leise zwischen den Tropfen in der Luft. Ein feuchter Ozeanduft breitet sich um euch aus – kühl und doch tröstlich. Er erinnert an Wellen und Gischt aber auch an taufrische Blüten, an Regen auf warmem Stein, an einen tiefen, ruhigen Bergseegrund und eine Spur von Magie, die nach Geschichten schmeckt. Sanft ziehen der Duft und die Feuchtigkeit in eure Sinne, nicht überwältigend, sondern wie eine vertraute Umarmung aus längst vergessenen Tagen.

Terg scheint durch die Tropfen hindurch so auszusehen, als umschmeichle den Elementarwichtel ein schieferblauer Mantel mit silbergrauen Tropfenmustern. Dann blinzelt Terg überrascht. Die Augen färben sich in diesem Moment zu einem klaren, glänzenden Wasserblau – so durchsichtig, dass du fast glauben könntest, du würdest kleine Wellen darin wandern sehen.

Terg huscht zum Wassereimer und mit einer Bewegung, die an einen geübten Tauchgang erinnert, schiebt Terg eine wohl am Boden des Eimers versteckte, feuchte Rinde beiseite. Darunter liegt eine Kugel, die einen kühlen feuchten Schimmer aussendet und der sanfte Dampfwölkchen entweichen.

Als Terg die Weihnachtskugel in deine Hand legt, hörst du leises Glucksen, als würde das Wasser selbst die Ankunft der magische Weihnachtskugel bei dir begrüßen. Ein paar Worte entweichen Terg – weich, fließend, wie ein altes Sprichwort der Wassergeister. Ein Dank, ein Gruß, eine Art stiller Schwur.

Als du genauer schaust sieht du, dass auch dies keine gewöhnliche Kugel ist. Sie besteht aus klarem, lebendig wirkendem Wasser, das in einer dünnen, schimmernden Membran schwebt – als hielte eine unsichtbare Kraft sie zusammen. In ihrem Inneren treiben winzige, leuchtende Wasserpflänzchen, die sich wie schwebende Algen im Strom bewegen. Kleine Blasen steigen auf, platzen nicht, sondern funkeln wie Sterne. Ein ganz eigenes feuchtes Ökosystem in stetiger Bewegung, ein Stück lebendiges Wasser – rein, ursprünglich und voller Zauber.

Und jedes Mal, wenn sich eine Wasserpflanze bewegt oder eine Blase aufsteigt, siehst du für einen Herzschlag lang eine Verbindung – einen Faden aus Licht – der von der Kugel zu Terg und zu dir führt. Eine nasse, magische Verbindung, lebendig wie ein Fluss. Dann verebbt alles und du bist nicht mehr sicher was Illusion und was Realität sein kann.
Als du dich bedankst und die Wasserkugel vorsichtig zu den anderen Kugeln in den Rucksack gelegt hast, zeigt Terg nur still in Richtung eines schiefen Wichtelhauses, das ein Stück weit den Weg hinab für sich allein etwas einsam im Schnee steht.

Plötzlich kommt ein starker Wind und schiebt euch vor sich her in Richtung des Hauses. Das kleine Wichtelhaus wirkt, als hätte der Wind selbst es geformt. Sein ganzes Dach ist weit zur Seite gebogen, als würde eine unsichtbare Böe noch immer daran ziehen. Die geschwungene Dachspitze krümmt sich wie ein langer, weicher Zipfel und endet in einer runden Kugel – fast so, als trüge das Haus eine Mütze aus Schnee.

Eine dicke Schneeschicht bedeckt die Dachziegel und glitzert im sanften Licht der winterlichen Nacht. Aus den kleinen, rundbogigen Fenstern leuchtet warmes, goldenes Licht und lässt die frostige Umgebung heimelig wirken. Die hölzernen Wände sind leicht gebogen, als hätten sie sich dem tanzenden Wind angepasst, und die Tür ist schmal und gewölbt wie bei einem winzigen Märchenhaus.

Als der Wind etwas abflaut, steht ihr vor dem Haus mitten in der weiten Schneelandschaft. Rundherum ragen dunkle, verschneite Tannen in den klaren Nacht­himmel und hoch oben über euch funkeln Sterne. Das Haus sieht gleichzeitig gemütlich, verwunschen und ein bisschen verspielt aus und schon erhebt sich wieder ein Wind und schiebt die Tür vor euch auf. Umwillkürlich tretet ihr ein und findet euch in Kürze in einem Raum mit einem Tisch und einer Kerze wieder, die gegen den Wind anzukämpfen scheint.

Ihr seht einige Kleider, die einem Wichtel zu gehören scheinen. An der Seite hinter euch geht eine Treppe nach oben in die obere Etage und eine weitere nach unten in den Keller. Von oben kommt ein Wichtel herab und lacht dabei:
“Ich heiße Aeriel. Willkommen im Windhaus.”

Er bewegt sich leicht, schlängelt sich wie ein laues Lüftchen, dreht kleine Kreise, hopst, lässt sich ein Stück die Stufen heruntertreiben und wirbelt dann in den Raum.

“Danke dir, Aeriel.”, dankst du ihm, “Wir sind auf der Suche nach magischen Weihnachtskugeln, um das Wichteldorf aus der Schneekugel zu befreien. “Hast du vielleicht eine oder weißt du, wo wir eine Kugel finden könnten?”

Gerade siehst du noch wie Aeriel bleich wird und sich wie der Wind selbst um die eigene Ache dreht, als genau dieser Windstoß im gleichen Moment die Kerze auf dem Tisch ausbläst. Im Raum wird es sofort düster, so dass es schwer wird etwas zu erkennen.

“Oh, nein. Das darf nicht wahr sein.”, hört ihr Aeriel schimpfen. Dann erklärt er euch etwas ruhiger, “Ihr habt mich vollkommen aus dem Konzept gebracht. So etwas von ärgerlich, denn ich habe keine Zündhölzer und ich wollte doch gerade in den Keller, um weitere Kerzen zu holen und an der Kerze auf dem Tisch anzünden. Sie sind unten in der Truhe und es sind magische Kerzen. Sie entzünden sich nur, wenn vier Farben der gleichen Farbe außerhalb der Truhe in einem Raum zusammenkommen. Nun ist es unten stockdunkel und ich kann gar nichts erkennen. Da kann ich mit meinen Windschritten nicht hinunter, sonst stürze ich noch und breche mich noch etwas.”

Schnell bietet ihr Aeriel an, die Kerzen für ihr zu holen. Als ihr weiter mit Aeriel sprecht, erklärt er euch, dass unten in der Truhe noch genau zehn blaue und zehn rote Kerzen liegen. Du nickst und machst dich im Dunkeln auf den Weg. Vorsichtig tastest du du dich nach unten in den Keller vor. Kaum etwas ist zu erkennen und die Farben der Kerzen schon gar nicht. Da ja wirklich steil und gefährlich auf dem Weg in den Keller ist, wird dir sofort klar, dass man man nicht öfter heruntergehen sollte, als es tatsächlich nötig ist.

Du kannst auch nicht alle Kerzen auf einmal tragen. Also überlegst du an der Truhe, wie viele Kerzen du mindestens mit nach oben nehmen musst, damit du auf jeden Fall vier Kerzen in der gleichen Farbe direkt dabei hast?

Rätselaufgabe Nr. 10:

Überlegt gut. Wieviele Kerzen musst du mindestens mit hoch nehmen, damit vier gleichfarbige dabei sind und die Magie die Kerzen im Raum oben entzünden kann?

Für die richtige Lösung bekommst du 4 Punkte.
Wie immer: Wenn du heute noch richtig antwortest erhälst du einen Extrapunkt.

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